Der SV stellt sich vor

Der Sondershäuser Verband Akademisch-Musikalischer Verbindungen (SV) ist ein Dachverband musischer Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich, die gemeinsam singen, musizieren und Theater spielen. Ihm gehören derzeit 24 farbenführende Verbindungen an, die überwiegend zugleich Frauen und Männer aufnehmen.

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Wurzeln und Entstehung des SV

Nach dem Ende der napoleonischen Epoche in Europa, in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, waren Burschenschaften und Corps an den Universitäten bereits fest etabliert. In jenen Jahren entstanden daneben die ersten musikalischen Vereinigungen von Studenten, in deren Mittelpunkt der Männergesang stand. Sie waren ein Ausdruck der großen Sänger- (und Turner-) Bewegungen, die im bürgerlichen Leben des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielten.

Schon damals zeichneten sich diese musikalischen Studentenvereinigungen durch Besonderheiten aus, die sie bis heute von den meisten anderen Korporationen unterscheiden: Vor allem eine liberale, reformatorische Gesinnung und in deren Folge eine freiere Handhabung korporativer Gebräuche. Anfangs waren die musikalischen Vereinigungen sogar oft überhaupt nicht als korporative Zusammenschlüsse gedacht, sondern als Gesangvereine konzipiert.

Die Gründung der ältesten jetzt dem Sondershäuser Verband angeschlossenen Verbindungen fällt in die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts: 1856 machte die „Akademische Liedertafel (ALT)“ zu Berlin den Anfang, gefolgt von der „Stochdorphia“ in Tübingen 1857, die zu der Zeit allerdings noch keine musische Ausrichtung hatte. In Göttingen schlossen sich musikalisch interessierte Studenten 1860 zusammen, die Gründung des „Akademischen Gesangvereines (AGV)“ München datiert in das Jahr 1861.

Kontakte zwischen den Sängerverbindungen bestanden zunächst nicht. Das änderte sich auf dem ersten deutschen Sängerfest, das 1865 in Dresden stattfand. Hier begegneten sich Vertreter der ALT Berlin und des AGV München. Beide Seiten waren an engeren Beziehungen interessiert. Ein Jahr darauf schlugen die Berliner einen Zusammenschluß sämtlicher deutscher akademischer Gesangvereine vor. Das Ziel schien dem AGV München zunächst noch nicht realisierbar. Infolgedessen arbeiteten die beiden Verbindungen einen zweiseitigen Kartellvertrag aus, auf dessen endgültigen Wortlaut man sich durch einen Entscheid der Münchner Plenarversammlung am 18. Juli 1867 einigte. An diesem Tag entstand das Kartell, aus dem der Sondershäuser Verband hervorgegangen ist.

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