Der SV stellt sich vor

Der Sondershäuser Verband Akademisch-Musikalischer Verbindungen (SV) ist ein Dachverband musischer Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich, die gemeinsam singen, musizieren und Theater spielen. Ihm gehören derzeit 24 farbenführende Verbindungen an, die überwiegend zugleich Frauen und Männer aufnehmen.

Mitglied werden!

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

In der ersten Zeit nach Kriegsende waren die äußeren Bedingungen zu schlecht, als daß Platz gewesen wäre für den Gedanken an eine Neubelebung des SV. Die persönlichen Schicksale und Lebensverhältnisse erforderten die Energien an anderer Stelle.

Am ehesten noch fanden die überschaubaren Kreise der Ortsverbände wieder zu einem losen Zusammenhalt. An eine Reaktivierung der Verbindungen war jedoch während der alliierten Besatzung nicht zu denken; zu großes Mißtrauen herrschte gegenüber allen Kreisen, die als Keimzellen des Nationalismus gelten mochten.

Nach und nach wurde das Bemühen um die Sammlung der SVer stärker. Zunächst gab es unkoordinierte und regional begrenzte Versuche, Orts- und Altherrenverbände wieder zusammenzuführen. Dann aber nahm AH Rasch (HD) diese Bestrebungen in eine zentralisierende Hand und brachte in kaum mehr als zwei Jahren 6.000 Namen von SVern zusammen. Dadurch wurde Heidelberg auch Anlaufstelle für Wiederbelebungsversuche im Verband. Im Oktober 1949 fand ein erstes Treffen von ca. 60 Verbandsangehörigen dort statt, das sich als Vertretertag konstituierte. Im April 1950 ging von Heidelberg das Wiedererscheinen der Verbandszeitung aus, wiederum ein unschätzbares Glied im Informationsfluß.

Wenige Monate später wurde der VASV durch Aufhebung des Liquidationsbeschlusses von 1939 wiederhergestellt. Durch den Kriegsausbruch war die beschlossene Liquidation nie zur Ausführung gekommen, was natürlich nun von Vorteil war. AH Kiehn (GÖ), schon in den 30er Jahren als Kassenwart des VASV maßgeblich an den Geschicken des Verbandes beteiligt, wurde für seinen unermüdlichen Einsatz geehrt und zum Alten Herrn h.c. des SV ernannt.

Inzwischen hatte sich die politische und gesellschaftliche Landschaft wieder in normale Bahnen verändert, und damit wurde auch die Neubegründung der aktiven Verbindungen möglich. Am 18. und 19. Januar 1951 erarbeitete ein in München zusammengekommener Vertretertag eine neue Satzung. Mit ihrer Anerkennung war der SV neugegründet. Harro Braun (M1, INN), wesentlicher Initiator dieses Vertretertages, wurde zum ersten Verbandspräsiden gewählt. Noch in dem selben Jahr hatte der SV wieder 14 Mitgliedsbünde.

Der große Bruch, der die neue Bundesrepublik Deutschland vom alten Reich unterschied, wirkte sich auch stark auf den Geist in den SV-Verbindungen aus. Insbesondere ein Drang nach Freiheit, nach möglichst wenig gesellschaftlichen Zwängen und Regelungen prägte die neuen Satzungen und das Leben im Semester. Das korporative Element trat gegenüber dem musikalischen und geselligen in den Hintergrund. Das wirkte sich aber offenbar nicht nachteilig auf die Verbindungen aus, denn in jenen Jahren wurde letztlich die Basis gelegt, die den Sondershäuser Verband und seine Verbindungen bis heute zu tragen vermag.

Noch im Jahre 1951 lehnte der Vertretertag des SV die Satisfaktion mit der Waffe ab. Ihr Sinn und Zweck hatte sich nach einhelliger Auffassung überlebt.

Wenig später verabschiedete der Verband auch eine Entschließung zum Schwarzen Prinzip. Ausdrücklich wurde betont, daß die Bedeutung der Tradition des SV weniger in der Form des Verbindungslebens liege als vielmehr in dem der Form zugrundeliegenden ideellen Gehalt. Die Entschließung ging auf ein Referat von AH Holzberger (ER) zurück, der mit dieser Formel einen zeitlosen Maßstab gefunden hat, an dem sich Traditionen und Prinzipien messen lassen müssen.

AH Holzberger wurde auf dem VASV-Vertretertag 1954 zum 1. Vorsitzenden gewählt und hat während seiner 10jährigen Amtszeit Hervorragendes für den Verband geleistet.

Während der 50er Jahre suchten einige der durch die Teilung Deutschlands heimatlos gewordenen Altherrenschaften eine neue Heimat bei aktiven Verbindungen und schlossen mit diesen Patenschaftsverträge ab (so Königsberg-Bonn, Greifswald-Hamburg, Breslau-Münster und Leipzig-Mainz, später: Halle-Clausthal und Dresden-Aachen).

Der Wiederaufbau des SV war nun abgeschlossen. 19 Verbindungen mit zusammen 900 Mitgliedern waren ein solider Grundstock für die nun folgenden Jahre der Ausgestaltung des Verbandes.

Weitersagen