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Aktuelle SV-Zeitung


Jahrgang 112 Nr. 2 (2010)

Geschichte des Sondershäuser Verbandes

Bis zum 100jährigen Bestehen des Verbandes

Der SV-Geist und der Zusammenhalt im Verband festigten sich während der 50er Jahre weiter. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Führungsarbeit des VASV-Vorsitzenden Holzberger (ER) gehabt, insbesondere seine zahllosen Besuche auf Veranstaltungen der Verbindungen und Ortsverbände.

Zeitgleich mit dem Vertretertag 1955 in Marburg fand zum ersten Mal eine Fuxmajor-Tagung statt. Aus ihr wurde für mehrere Jahre eine regelmäßige Einrichtung, die dem Erfahrungsaustausch diente und den Fuxmajoren für ihre Arbeit Anregungen gab. Im Jahr darauf traten SV und VASV dem Deutschen Sängerbund bei.

Nach einigen Jahren des Niedergangs und stetigen Wiederaufbaus konnte der Sondershäuser Verband 1957 zum ersten Mal wieder ein Verbandsfest begehen. Das 90jährige Bestehen des SV wurde während der Pfingsttage 1957 in Landau (Pfalz) gefeiert. Von den 2.700 Teilnehmern waren auch 200 aus der DDR gekommen. Schon beim nächsten Verbandsfest 1962 war ihnen das Kommen durch den Bau der Mauer verwehrt. Das Fest war natürlich vor allem ein Wiedersehensfest, aber auch ein musikalischer Höhepunkt dank eines reichhaltigen und anspruchsvollen Konzertprogramms.

Zur Stärkung der musikalischen Aktivitäten fand 1959 die erste Musikwoche in Marburg statt. Sie war als Fortbildungsveranstaltung der Musikwarte konzipiert und wurde von 30 SVern besucht. Erst später hat sie sich zu dem großen musikalischen Treffen entwickelt, das sie heute als SV-Musikwochenende darstellt. Nach wie vor erfuhr der Verband Auftrieb durch Eintritte neuer Verbindungen. Die wiedergegründete AMV Berlin kam 1955 hinzu, dann Mainz, Köln, Saarbrücken, Aachen und Clausthal-Zellerfeld. Der Vertretertag 1958 beschloß eine grundlegende Neufassung der SV-Satzung.

Anläßlich des 95jährigen Bestehens des SV fand zu Pfingsten 1962 das zweite Landauer Verbandsfest statt. Die Tage verliefen in ähnlichem Rahmen wie fünf Jahre zuvor.

Seit 1945 waren bereits 6 neue SV-Verbindungen gegründet worden, denen naturgemäß noch eine starke Altherrenschaft im Rücken fehlte; auch ältere Bünde waren von finanziellen Sorgen nicht frei. So kam 1962 im VASV die Idee auf, einen Entwicklungshilfefonds zu gründen, der insbesondere beim Erwerb von Verbindungshäusern finanzielle Mittel zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellen konnte. Bis heute sind die Gelder aus diesem Fonds vor allem für Renovierungsarbeiten an den teilweise schon alten Häusern von großer Bedeutung.

1962 wurde die Schriftleitung der SV-Zeitung vakant. Zunächst übernahm der VASV-Vorsitzende Holzberger das Amt, während die verlegerische Betreuung und später auch die Schriftleitung auf AH Georgi (GÖ, AC, INN) überging.

Im Jahre 1964 verstarb der Ehrenvorsitzende des VASV, AH Holzberger, wenige Tage nachdem er das Amt des VASV-Vorsitzenden niedergelegt hatte. Seinem Idealismus und seinem Einsatz haben SV und VASV viel zu verdanken.

Zum Zeitpunkt seines 100jährigen Bestehens hatte der SV 26 Verbindungen an 25 deutschen und österreichischen Hochschulen, in denen 1.650 Studenten aktiv waren. Davon verfügten 20 Bünde über ein eigenes Haus oder Heim. Dem VASV gehörten 6.270 Alte Herren aus 31 Altherrenverbänden an.

Für das große Verbandsfest zum Jubiläum des SV war als Festort eine der Gründungsstädte des SV, München, ausgewählt worden. Unterstützt vom VASV arbeitete ein Festausschuß des AGV München unter Leitung von AH Harro Braun (M1, INN) das umfangreiche Programm aus, das vom 20. bis 24. Juli 1967 ungefähr 3.500 Gäste begeisterte. Die Schirmherrschaft über das Verbandsfest hatte der bayerische Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel übernommen, der den SV mit einem Staatsempfang in der Münchener Residenz würdigte. Wiederum bewies sich die Gestaltungskraft der Laienmusiker im SV, die mit zwei Festkonzerten, von denen eines der AGV München alleine bestritt, und elf Stundenkonzerten den musikalischen Rahmen legten. Wenige Wochen vor dem Verbandsfest erlitt der SV einen schmerzlichen Verlust durch den unerwarteten Tod des 2. Vorsitzenden des VASV, AH Wilkerling (HAL, H); in gewissenhafter Arbeit hatte er die Festschrift mit der Geschichte des SV fertiggestellt. Eingedenk seiner selbstlosen Leistungen für den SV verlieh ihm der VASV-Vertretertag in München posthum die Würde des Ehrenvorsitzenden.

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