Häufig gestellte Fragen
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- Wie werde ich Mitglied in einer SV-Verbindung?
- SV-Verbindungen gibt es in 22 Universitätsstädten, davon eine in Österreich. Zum Teil vermieten die Verbindungen auch Zimmer. Hier findest Du die Adressen. Der erste Schritt ist erstmal: hingehen, anschauen und mitmachen, z.B. im Chor. Wenn es Dir dann gefällt, kannst Du einen Aufnahmeantrag stellen. Nach einer zeitlich begrenzten beiderseitigen Probezeit (Fuxenzeit) folgt dann die endgültige Aufnahme.
- Welche Pflichten habe ich als Mitglied in einer SV-Verbindung?
- Konkrete Pflichten werden von den Verbindungen vor Ort gestellt. Pauschal kann man sagen, daß von einem Verbindungsmitglied aktive Teilnahme an der Gestaltung des Verbindungslebens erwartet wird. In den musischen Verbindungen des SV heißt das in erster Linie Teilnahme bei oder zumindestens Unterstützung der musischen Gruppen und den Veranstaltungen des Bundes.
- Werden in SV-Verbindungen nur Musikstudenten aufgenommen?
- Nein! Die SV-Verbindungen wenden sich an musisch interessierte Studenten. Das können Profis oder Laien sein. Natürlich ist eine Teilnahme in den musischen Gruppen erwünscht, aber darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere Aufgaben in unseren Verbindungen. Wir brauchen auch gute Geister wie Organisatoren, Techniker, Souffleure, etc. Notenkenntnisse oder das Beherrschen eines Instrumentes sind also keine Voraussetzungen fürs Mitmachen. So finden sich in den SV-Verbindungen alle Studiengänge von Archäologie bis Zahnmedizin wieder, was das Verbindungsleben auch so interessant macht.
- Was bedeutet der SV für die einzelnen Verbindungen im Dachverband?
- Neben den Veranstaltungen der einzelnen Verbindungen organisiert der SV als Dachverband eine Reihe von Veranstaltungen, z.B. Musik-, Theater-, Tanz- oder Segelwochenenden. So besteht die Möglichkeit, neben den eigenen Bundesgeschwistern auch die Mitglieder anderer SV-Verbindungen kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. So hat man neben dem Anlaufpunkt der eigenen Verbindungen bundesweit Anlaufstationen, z.B. beim Wechsel des Hochschulortes. Aufgrund der größeren Teilnehmerzahl können an solchen musischen Wochenenden auch Projekte umgesetzt werden, die eine einzelne Verbindung nicht auf die Beine stellen kann, z.B. größere Chor- und Orchesterwerke.
- Was bedeutet „Lebensbundprinzip“?
- Was eine Verbindung im Gegensatz zu einem Verein auszeichnet ist das Lebensbundprinzip, eine Art Generationenvertrag oder Alumni-Programm. Die Mitgliedschaft ist lebenslang, das heißt nicht nur während des Studiums als Aktiver, sondern auch danach als Alter Herr bzw. Alte Dame. In diesem Status gibt man den jungen Studenten das zurück, was man zur eigenen Aktivenzeit von der Altherrenschaft bekommen hat: neben der ideellen und finanziellen Unterstützung auch Lebens- und Berufserfahrungen. Da viele Alter Herren bzw. Damen nicht mehr in ihrem alten Studienort leben, haben sich viele zu sogenannten Ortsverbänden zusammengeschlossen. Diese bieten regelmäßig Veranstaltungen an; teilweise besitzen sie auch eigene musische Gruppen. So kann die Verbundenheit zum SV auch nach dem Studienende aufrecht erhalten werden.
- Wozu braucht man Verbindungen heutzutage überhaupt noch?
- Zugegeben eine schwierige Frage, die sich nicht nur Verbindungen, sondern auch Vereine und sonstige Organisationen angesichts der zunehmenden Individualisierung in der Gesellschaft stellen. Zuallererst haben sich die SV-Verbindungen der Pflege der Muse und dem Kontakt von Studierenden über Generations- und Ortsgrenzen hinweg verschrieben. Daneben ist eine Verbindung ein idealer Ort, um über den Tellerrand des eigenen Studiums hinaus zu schauen und sogenannte „Soft Skills“ zu erwerben. Dazu zählen unter anderen soziale Kompetenz, Team- und Organisationsfähigkeit, Selbstbewußtsein (durch die musischen Tätigkeiten wird man ja „bühnenfest“), uvm. Durch den Kontakt mit den anderen Mitgliedern wird die Diskussions- und Akzeptanzfähigkeit geschult. Für viele wird der Wert einer Verbindung erst lange nach dem Studienende deutlich: viele Freundschaften, die während der Studienzeit geknüpft wurden, zerbrechen mit der Zeit und der räumlichen Distanz, da kein gemeinsamer Anlaufpukt mehr besteht. Eine Verbindung bietet eine solchen Anlaufpunkt. Jede Rückkehr an den alten Studienort ist eine Art Heimkehr, die Verbindung ein Ort des Wiedersehens und der gemeinsamen Erinnerungen – in unseren heute so hektischen Zeiten oft eine Oase der Ruhe und Einkehr. Und schließlich ist eine Verbindung einfach ein Ort, um Spaß und Engagement sinnvoll zu verbinden.
- Sind Studentenverbindungen und Burschenschaften dasselbe?
- Nein! Burschenschaften sind nur eine bestimmte Art von Verbindungen. Die Burschenschaften stellen weder die älteste noch die größte Gruppe der Verbindungen dar. Von den mehr als 1100 aktiven Studentenverbindungen in Deutschland tragen nur etwa ca. 250 den Namen „Burschenschaft“. Von diesen sind etwa 100 im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) zusammengeschlossen, von deren Mitgliedern einige immer wieder negativ von sich reden machen. Eine Pauschalverurteilung aller Burschenschaften ist allerdings nicht angemessen, da die Burschenschaften ein sehr weites Spektrum von Verbindungen umfassen. Die Burschenschaften entstanden zur Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon, als viele Studenten sich an den Befreiungskämpfen beteiligten und sich für die nationale Einheit Deutschlands einsetzten. Aus dieser Tradition heraus ergibt sich die politische Ausrichtung der Burschenschaften, die auch heute oft noch das Bild von Studentenverbindungen allgemein in der Öffentlichkeit prägt. Der SV ist aus seiner Tradition heraus nicht politisch ausgerichtet. Er hat seinen Ursprung in musikalischen Vereinigungen oder Gesangsvereinen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Ausdruck der Sängerbewegung entstanden. Die häufige Gleichsetzung von Studenentenverbindungen und Burschenschaften hat ihre Ursache wahrscheinlich daher, daß bis ins 19. Jahrhundert hinein die gesamte Studentenschaft als Burschenschaft bezeichnet wurde. Dieser Begriff leitet sich aber von den sogenannten Bursen ab, wie im Mittelalter studentische Wohn- und Lebensgemeinschaften bezeichnet wurden.
- Sind Studentenverbindungen nicht alle politisch rechts ausgerichtet?
- Nein! Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausrichtungen und die meisten Verbindungen sind auch völlig unpolitisch. Aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte gibt es politische, konfessionelle, wissenschaftliche, sportliche oder musische Verbindungen. Für alle Mitgliedsverbindungen des SV ist die musiche Ausrichtung das wesentliche Element. Wir sind politisch, konfessionell und ethnisch ungebunden und offen für alle Studierenden, die sich musisch engagieren wollen. Von rechtsradikalen Umtrieben, wie sie bei einzelnen Studentenverbindungen auftauchen, distanzieren wir uns mit aller Deutlichkeit! Ein unpolitisches Leben aber ist in einem Verband mit einer gesellschaftlichen Aufgabe, wie sie sich der SV gestellt hat, nicht denkbar. Der Vaterlandsbegriff, der sich aus der Entstehungsgeschichte der Studentenverbindungen ergibt und anhand dessen oft die politische Ausrichtung einer Verbindung festgemacht wird, findet sich auch in den drei Prinzipien des SV (Lied - Freundschaft - Vaterland). Vaterland ist auch in heutiger Zeit kein leeres Wort. Das nationale Element ist allerdings weitgehend durch andere Werte ersetzt. Vaterland bedeutet für uns heute das Stehen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Auch das Streben heutiger Politik nach der Einheit Europas in nationaler Selbstbestimmung ist ein politisches Ziel des SV, denn der Verband und die einzelnen Verbindungen wollen dazu beitragen, daß ihre Mitglieder als verantwortungsvolle Menschen allen Problemen aufgeschlossen sind und Achtung vor dem Anderen und dessen Überzeugung haben.
- Sind Studentenverbindungen nicht alle frauenfeindlich?
- Es stimmt, daß der überwiegende Teil der Studentenverbindungen reine Männerbünde sind. Auch dies leitet sich aus der Geschichte der Studentenverbindungen ab, da es zu ihrer Entstehungszeit keine weiblichen Studenten gab. Daraus den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit abzuleiten ist allerdings falsch. Von den 22 aktiven Bünden des SV sind 16 Gemischtbünde, in denen Frauen und Männer als Mitglieder die gleichen Rechte und Pflichten haben. Inwieweit sich die Zahl in Zukunft verändert ist offen, da die Diskussionen über die „Damenfrage“ nie abgeschlossen sind. Aber auch die Männerbünde im SV kommen ohne die Damen nicht aus. In gemischten Chören, Orchestern, Theater- oder Tanzgruppen und bei Festen sind sie ebenso Bestandteil des Bundeslebens.
- Dienen Studentenverbindungen nicht ausschließlich dazu, Beziehungen für die eigene Karriere zu knüpfen?
- Verbindungen unterhalten keine Seilschaften, sondern Freundschaften, die auch über die Zeit des eigenen Studiums hinausgeht. Natürlich lernt man in einer Verbindung jede Menge Leute kennen und tauscht sich auch generationsübergreifend über berufliche Dinge aus. Es wäre auch wirklichkeitsfern anzunehmen, daß diese Kontakte nicht auch genutzt werden, aber sie sind kein Freifahrtschein für die eigene Karriere. Viel wichtiger für die eigenen persönliche Entwicklung ist die Tatsache, daß man durch die Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung oft sogenannte „Soft Skills“ erwirbt, die einem im späteren Leben nützlich sein können. Dazu zählen unter anderen soziale Kompetenz, Team- und Organisationsfähigkeit, Selbstbewußtsein (durch die musischen Tätigkeiten wird man ja „bühnenfest“), uvm. Durch den Kontakt unter den Mitgliedern ist man es gewohnt, über den Tellerrand des eigenen Studiums hinauszuschauen. Dies schult die Diskussions- und Akzeptanzfähigkeit und erweitert den Horizont. Eine Verbindung ist also eher eine „Spielwiese fürs Leben“ und keine Karriereschmiede.
- Wird in Studentenverbindungen nur gesoffen?
- Natürlich wird in Verbindungen -wie bei allen Studenten- auch mal Bier getrunken, aber der Alkohol nimmt meist einen geringeren Stellenwert ein, als das von Außenstehenden angenommen wird. Bei Veranstaltungen oder Zeremonien muß man kein Bier im Glas haben, Mineralwasser tut es auch. In keiner SV-Verbindung herrscht Alkoholzwang.
- Was ist der Unterschied zwischen „farbentragenden“ und „farbenführenden“ Verbindungen?
- Die Farben einer Verbindung bilden einen wesentlichen und wichtigen Teil des korporativen Selbstverständnisses der jeweiligen Verbindung (heute als „corporate identity“ nicht gerade unbekannt). Der Besitz eigener Farben wird als „farbenführend“ zusammengefaßt. Das Tragen der Farben in Form von Band und Mütze wird als „farbentragend“ bezeichnet. Ursprünglich wurden von allen Verbindungsstudenten Band und Mütze als äußeres Zeichen der Verbundenheit zur eigenen Verbindung getragen (farbentragend). Es entstanden aber Verbindungen, die aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte oder spezieller Prinzipien kein Couleur tragen. Im SV werden die Farben der jeweiligen Verbindungen als Wappen, Fahne, Zipfel und evtl. Reversschleifen geführt, d.h. die SV-Verbindungen sind nicht-farbentragend, aber farbenführend.
- Was ist der Unterschied zwischen „schlagenden“ und „nicht schlagenden“ Verbindungen?
- Schlagende Verbindungen sind solche, die sogenannte Bestimmungsmensuren schlagen. Das studentische Fechten ist eine alte Tradition, die heute noch von vielen Verbindungen gepflegt wird. Aus den früheren Duellen hat sich die Mensur, ein genau reglementierter Zweikampf entwickelt. Alle Verbindungen im SV sind nicht-schlagend.

